8. September 2026

 „Eine Schließung der Musikschule kommt für uns nicht in Betracht“

Für die Andere Liste/Die Grünen Rödermark (AL) steht fest: Die Musikschule ist seit mehr als 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil des Bildungs- und Kultur-angebots unserer Stadt. Sie muss erhalten bleiben. Gleichzeitig braucht sie angesichts der schwierigen Haushaltslage eine dauerhaft tragfähige Finanzierung.

Die Musikschule wurde 1992 gegründet und hat seit 1996 ihren Sitz am Häfnerplatz. Zunächst unterstützte die Stadt die Mietkosten. 2016 kaufte die Musikschule das Gebäude für 627.000 Euro. Dafür nahm sie ein Darlehen über 477.000 Euro auf; die Stadt unterstützte den Kauf mit weiteren 150.000 Euro. Im Gegenzug wurde der jährliche städtische Zuschuss um 7.500 Euro reduziert.

Wie wichtig politische Prioritäten bei Kultur und Bildung sind, zeigt auch ein Blick zurück: Zwei Jahre nach Gründung der Musikschule ging 1994 die neue Kulturhalle in Betrieb. Für deren Bau zahlte die Stadt über einen knapp 23 Jahre laufenden Leasingvertrag insgesamt rund 21 Millionen Euro. Nach dessen Ende kaufte die Stadt das Gebäude 2017 für weitere 1,3 Millionen Euro. Damit kostete allein das Gebäude rund 22,3 Millionen Euro – Betriebs- und Personalkosten nicht eingerechnet.

Die AL hatte sich damals als einzige politische Kraft gegen diese teure Konstruktion ausgesprochen und davor gewarnt, dass eine solche langfristige Belastung irgendwann den finanziellen Spielraum für andere soziale und kulturelle Einrichtungen einschränken könnte.

„Genau an diesem Punkt stehen wir heute auch bei der Musikschule“, erklärt AL-Fraktionsvorsitzender Gerhard Schickel. „Es wäre dieser Stadt nicht würdig, wenn eine seit Jahrzehnten etablierte Bildungseinrichtung wegen eines vergleichsweise überschaubaren jährlichen Betrages ihr Angebot einstellen müsste.

Dabei darf die Musikschule nicht einfach mit anderen Vereinen gleichgesetzt werden. Ihre Rechtsform als eingetragener Verein ist nur eine mögliche Organisationsform. Andernorts werden Musikschulen kommunal getragen, sind an Volkshochschulen angebunden oder als gemeinnützige Gesellschaft organisiert.“

Die vorsorgliche Kündigung des bisherigen Vertrages zum November 2027 kann deshalb aus Sicht der AL-Grünen nur ein Zwischenschritt sein. Die Zeit muss genutzt werden, um gemeinsam mit der Musikschule eine tragfähige Folgevereinbarung und eine langfristig finanzierbare Struktur zu entwickeln. Schickel weiter: „Dabei ist für uns ebenso wichtig: Musikalische Bildung muss für Familien mit unterschiedlichen Einkommen zugänglich bleiben. Die Musikschule arbeitet seit Jahren mit Schulen und Musikvereinen zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung in Rödermark. Wir danken allen Lehrkräften, Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, die diese Einrichtung über Jahrzehnte aufgebaut und getragen haben. Unser Ziel ist klar: Die Musikschule soll erhalten bleiben – als Bildungseinrichtung für alle und auf einer dauerhaft tragfähigen finanziellen Grundlage.“